Geschichte des Tarot

Seit dem 14. Jahrhundert gibt es Belege für das Kartenspiel

Geschichte des Tarot

Mythos Tarot

Um die Entstehung und Herkunft des Tarots ranken sich viele Geschichten und Theorien. Sie alle trugen zu einer Mystifizierung des Tarots bei und machen noch heute einen nicht unerheblichen Reiz der Karten aus.
Wo genau der Ursprung der Karten liegt, ist nicht ganz geklärt. Vermutlich stammen die ersten Spielkarten aus dem nahen Osten oder Indien.

Eine der Legenden vermutet die Herkunft der Tarotkarten in Ägypten. Hier sollen die Symbole der Karten in ägyptischen Pyramiden zu finden sein. Das Wort Tarot leite sich von dem Gott der Magie namens Thot ab. Die ersten Karten dienten zunächst primär dem Zweck des reinen Kartenspiels. Eine spirituelle Bedeutung erhielt das Tarot erst ab dem 18. Jahrhundert. Die mystische Herkunft der Karten rückte dann wieder in den Mittelpunkt des Interesses und wurde Inhalt zahlreicher schriftlicher Abhandlungen. Verschiedenste Theorien kamen in Umlauf.

Erste Kartenspielbelege

Eindeutige Belege für die Existenz von Spielkarten in Europa gibt es seit dem 14. Jahrhundert. Erwähnt werden sie hier meist, wenn es um deren Verbot geht. Denn die Kirche stand dem Zeitvertreib mit Karten negativ gegenüber. Doch seit dem 15. Jahrhundert zumindest, lassen sich in Italien und Frankreich Belege finden, dass ein Spiel mit dem Namen „Tarock“, „Tarocchi“ oder „Taraux“ sich zunehmender Beliebtheit erfreute. Die meisten Kartenspiele bestanden jedoch zunächst aus weniger als 60 Karten.
Des Weiteren wurde das sogenannte „Trionfi“-Spiel  in Italien erwähnt.

Viele Karten dienten zunächst dazu, der Bevölkerung spielerisch das herrschende Gesellschaftsmodell zu vermitteln. Sie waren in Gestaltung und Aufbau eher einfach.
Es existierten jedoch auch einige aufwändige Prunkspiele, die für die herrschende Klasse zu besonderen Anlässen, wie beispielsweise Hochzeiten, hergestellt worden sind. Ein solches ist das „Visconti Sforza Spiel“ aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Der erste Sforza Herzog von Mailand und seine Tochter werden oft im Zusammenhang mit dem Trionfi Spiel erwähnt.

Das erste Tarot Spiel mit 78 Karten

Ein erstes Tarot, wie es in der heutigen Form mit 78 Karten besteht, entwickelte sich wahrscheinlich etwas später, etwa zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Ein direkter Nachläufer dieser ersten Tarots ist das noch heute im Handel erwerbbare Tarot von Marseille. Im 18. Jahrhundert erlebte das Tarot Spiel eine wahre Blütezeit. Es wurde in ganz Europa gespielt und vervielfältigt.

Tarot und Okkultismus

Zudem erwachte das Interesse von esoterischen Kreisen an den Karten. Okkultisten machten sich auf die Suche nach ihrem Ursprung und vermuteten in ihnen geheimes Wissen von vergangenen Kulturen.

Der Schweizer Antoine Court de Gébelin (Theologe und Freimaurer, geboren 1719 und gestorben 1784) schrieb 1781 beispielsweise, dass das Marseiller Tarot seine Wurzeln im alten Ägypten habe, was er mit Symbolen auf den Spielkarten zu belegen versuchte. Er knüpfte Verbindungen zu Mysterien des alt-ägyptischen Gottes Thot. Verschiedene Kartendecks wurden in der Folgezeit demnach auch in einem altägyptischen Stil entworfen.

Eliphas Lévi wiederum (eigentlich Alphonse Louis Constant, geboren 1810, gestorben 1875), ein französischer Diakon und Kabbalist, sah Verbindungen zur jüdischen Tradition, der Kabbala und den vier Elementen der Alchemie. Er stellte zudem eine Verbindung zwischen den 22 Karten der großen Arkana und den 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets her.

Während die Karten zuvor vor allem als normale Spielkarten verwendet wurden, gewannen sie nun an symbolhafter Bedeutung. Eine Nutzung als wahrsagerisches Mittel begann.

Auch das Interesse von Geheimbünden wie die Freimaurer, Templerorden und die mystische Vereinigung der Rosenkreuzer wuchs an den Tarotkarten.

Der Golden Dawn Orden

Für die Entwicklung des Tarots wurde dabei vor allem der "Hermetic Order of the Golden Dawn" (Hermetischer Orden der goldenen Morgendämmerung, besser bekannt unter Golden Dawn Orden) wichtig. Hier beschäftigte man sich unter anderem mit den Schriften Lévis und de Gébelin, und es wurde nach verborgenen Symbolen und Lehren in den Karten gesucht.

Waite und Crowley, Urheber der noch heute wichtigsten Tarotdecks, waren Mitglieder im Golden Dawn Orden. 
Waite vermutete Zusammenhänge zwischen Tarot und alchimistischen Geheimlehren und der Lehre des Rosenkreuzer Ordens und mit keltischen Symbolen und Wissen. Crowley hingegen griff die Lehren de Gébelins auf und sah eher Verbindungen zum alt-ägyptischen Gott Thot.

Heute

Seit den 1970er Jahren erlebte das Tarot einen neuerlichen Interessensschub, und ist bis heute ist es das beliebteste Orakel.

 

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