Tarot
Das Tarot ist ein Satz aus 78 Orakel Karten, unterteilt in Große Arkana (22 Karten) und Kleine Arkana (56 Zahlenkarten)
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Was ist Tarot?
Ein Satz aus meist 78 Karten, bestehend aus 22 Symbolkarten (Große Arkana) und 56 Zahlenkarten (Kleine Arkana). Letztere sind im Aufbau den normalen Kartenspielen ähnlich, es gibt neben den Zahlen 1 bis 10 Könige, Königinnen, Ritter und Buben. Hier gehts zur Arkana.
Die Tarotkarten wurden in der Vergangenheit als ganz normale Spielkarten verwendet und werden seit dem 19. Jahrhundert vor allem zu divinatorischen Zwecken eingesetzt (Divination = Wahrsagerei).
Wie auch andere Orakel können uns die Tarotkarten nicht die Zukunft voraus sagen. Sondern sie helfen uns, unsere Persönlichkeit besser kennenzulernen und leisten besondere Hilfestellung bei alltäglichen oder wichtigen Lebensfragen. Das Kartenlegen hilft uns beim eigenen Erkennen von Zusammenhängen, Gefühlen und Wünschen. Bei der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Bildern und ihren Bedeutungen dringen Gefühle und Gedanken an die Oberfläche, die uns vorher gar nicht bewusst waren.
Im Laufe der Geschichte entstanden zahlreiche verschiedene Tarotdecks. Die bekanntesten sind das Rider-Waite Tarot und das Crowley Tarot.
Die Geschichte des Tarots
Wo genau der Ursprung der Karten liegt, ist nicht ganz geklärt. Vermutlich stammen die ersten Spielkarten aus dem nahen Osten oder Indien.
Eine der Legenden vermutet die Herkunft in Ägypten. Hier sollen die Symbole der Karten in ägyptischen Pyramiden zu finden sein. Das Wort leite sich von dem Gott der Magie namens Thot ab.
Die ersten Karten dienten zunächst als reines Kartenspiel. Eine spirituelle Bedeutung erhielt es erst ab dem 18. Jahrhundert. Die mystische Herkunft der Karten rückte dann wieder in den Mittelpunkt des Interesses und wurde Inhalt zahlreicher schriftlicher Abhandlungen. Verschiedenste Theorien kamen in Umlauf.
Erste Kartenspielbelege
Eindeutige Belege für die Existenz von Spielkarten in Europa gibt es seit dem 14. Jahrhundert. Erwähnt werden sie hier meist, wenn es um deren Verbot geht. Denn die Kirche stand dem Zeitvertreib mit Karten negativ gegenüber. Doch seit dem 15. Jahrhundert zumindest lassen sich in Italien und Frankreich Belege finden, dass ein Spiel mit dem Namen „Tarock“, „Tarocchi“ oder „Taraux“ sich zunehmender Beliebtheit erfreute. Die meisten Kartenspiele bestanden jedoch zunächst aus weniger als 60 Karten. Des Weiteren wurde das sogenannte „Trionfi“-Spiel in Italien erwähnt.
Viele Karten dienten zunächst dazu, der Bevölkerung spielerisch das herrschende Gesellschaftsmodell zu vermitteln. Sie waren in Gestaltung und Aufbau eher einfach.
Es existierten jedoch auch einige aufwändige Prunkspiele, die für die herrschende Klasse zu besonderen Anlässen, wie beispielsweise Hochzeiten, hergestellt worden sind. Ein solches ist das „Visconti Sforza Spiel“ aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Der erste Sforza Herzog von Mailand und seine Tochter werden oft im Zusammenhang mit dem Trionfi Spiel erwähnt.
Das erste Spiel mit 78 Karten
Ein erstes Spiel, wie es in der heutigen Form mit 78 Karten besteht, entwickelte sich wahrscheinlich etwas später, etwa zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Ein direkter Nachläufer ist das noch heute im Handel erwerbbare Tarot von Marseille. Im 18. Jahrhundert erlebte das Tarotspiel eine wahre Blütezeit. Es wurde in ganz Europa gespielt und vervielfältigt.
Okkultismus
Zudem erwachte das Interesse von esoterischen Kreisen an den Karten. Okkultisten machten sich auf die Suche nach ihrem Ursprung und vermuteten in ihnen geheimes Wissen von vergangenen Kulturen.
Der Schweizer Antoine Court de Gébelin (Theologe und Freimaurer, geboren 1719 und gestorben 1784) schrieb 1781 beispielsweise, dass das Marseiller Tarot seine Wurzeln im alten Ägypten habe, was er mit Symbolen auf den Spielkarten zu belegen versuchte. Er knüpfte Verbindungen zu Mysterien des alt-ägyptischen Gottes Thot. Verschiedene Kartendecks wurden in der Folgezeit demnach auch in einem altägyptischen Stil entworfen.
Eliphas Lévi wiederum (eigentlich Alphonse Louis Constant, geboren 1810, gestorben 1875), ein französischer Diakon und Kabbalist, sah Verbindungen zur jüdischen Tradition, der Kabbala und den vier Elementen der Alchemie. Er stellte zudem eine Verbindung zwischen den 22 Karten der großen Arkana und den 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets her.
Während die Karten zuvor vor allem als normale Spielkarten verwendet wurden, gewannen sie nun an symbolhafter Bedeutung. Eine Nutzung als wahrsagerisches Mittel begann.
Auch das Interesse von Geheimbünden wie die Freimaurer, Templerorden und die mystische Vereinigung der Rosenkreuzer wuchs an den Tarotkarten.
Der Golden Dawn Orden
Für die Entwicklung des Tarots wurde dabei vor allem der "Hermetic Order of the Golden Dawn" (Hermetischer Orden der goldenen Morgendämmerung, besser bekannt unter Golden Dawn Orden) wichtig. Hier beschäftigte man sich unter anderem mit den Schriften Lévis und de Gébelin, und es wurde nach verborgenen Symbolen und Lehren in den Karten gesucht.
Waite und Crowley, Urheber der noch heute wichtigsten Tarotdecks, waren Mitglieder im Golden Dawn Orden.
Waite vermutete Zusammenhänge zwischen dem Orakel und alchimistischen Geheimlehren und der Lehre des Rosenkreuzer Ordens und in keltischen Symbolen und Wissen. Crowley hingegen griff die Lehren de Gébelins auf und sah eher Verbindungen zum alt-ägyptischen Gott Thot.
Heute
Seit den 1970er Jahren erlebte das Tarotspiel einen neuerlichen Interessensschub, es ist bis heute das beliebteste Orakel.
Tarotdecks
Es existieren zahlreiche verschiedene Tarotdecks. Die drei gängigsten und bekanntesten sind das Tarot von Marseille, das Rider-Waite Tarot und das Crowley Tarot.
Marseille
Das Tarot von Marseille ist das älteste, dass heute noch im Umlauf ist. Es entstand in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Entworfen hat die 78 Holzschnitte der Künstler Nicolas Conver in Marseille. Die Karten bestehen nur aus den vier Farben gelb, blau, rot und grün.
Im Unterschied zum Waite-Tarot, sind die Zahlenkarten der kleinen Arkana hier traditioneller gestaltet und mit den ersten Tarotkarten eng verwandt. Sie zeigen lediglich die verschiedenen Symbole in ihrer Anzahl. (auf der Karte 5 Kelche beispielsweise sind lediglich 5 Kelche abgebildet). Die Bedeutung unterstreichende Bildtitel und Motive gibt es hier nicht.
Ein weiterer wichtiger Unterschied zum Waite-Tarot liegt in der Kartenreihenfolge der großen Arkana. Die Zahl 8 zeigt im Marseille Tarot die Symbolkarte Die Gerechtigkeit und die Zahl 11 Die Kraft. Im Waite-Tarot ist es genau umgekehrt. Die Gerechtigkeit bekommt dort die Zahl 8 zugewiesen und die Kraft die Zahl 11.
Im neuen Schicksals Tarot verwenden wir übrigens wieder die Zahlenreihenfolge von Marseille, da aus Sicht der Zahlenmystik die ältere Reihenfolge sinnvoller ist. Warum Waite die beiden Karten vertauschte, ist nicht bekannt.
Rider-Waite
Hiermit sind wir auch schon bei dem wohl am häufigsten verwendeten Kartenspiel, dem Rider-Waite Tarot oder auch Waite-Smith Tarot genannten Tarotdeck.
Wie bereits in der Geschichte erwähnt, wurde dieses 1910 von dem Amerikaner Arthur Edward Waite entwickelt und von der Künstlerin Pamela Coleman Smith gemalt.
Der Name basiert auf dem Verlag, der es als erstes publizierte. Zusätzlich zu den Karten erschien im gleichen Jahr Waites Abhandlung „Der Bilderschlüssel zum Tarot“ (Originalfassung: „The Pictorial Key to the Tarot“). Hier setzt er sich mit der Entstehung und den symbolischen Gehalt der Karten auseinander.
Beide, Smith wie Waite waren Mitglieder im Golden Dawn Orden aus dessen Kreis auch das dritte bekannte Tarotdeck, das Crowley Tarot stammt.
Crowley
Der Brite Aleister Crowley ergriff Mitte der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts die Initiavite für ein neues Tarotdeck. Als Künstlerin fungierte die Künstlerin Lady Frieda Harris (1877-1972). Harris war inspiriert von der Idee, dass das Kartenspiel ursprünglich aus Ägypten stamme. Eine erste Abbildung der neuen Karten fand in dem Buch Crowleys „Das Buch Thoth. Ägyptischer Tarot“ statt.
Es ist eines der symbolträchtigsten und somit auch am schwersten zugänglichen Tarotdecks. Die Zahlenkarten der kleinen Arkana erhielten hier zudem besondere Bildunterschriften.
Beide Tarotdecks entstanden aus dem geistigen Nährboden der einflussreichen Schriften von Antoine Court de Gébelin und Eliphas Lévi.
Neben diesen drei Decks gibt es noch zahlreiche weitere. Eines beispielsweise ist das Deck des schweizerischen Freimaurers Oswald Wirth (1860-1943). Er war ebenfalls davon überzeugt, dass der Ursprung des Kartenspiels in Ägypten war. Seine Karten waren dementsprechend von ägyptischen Zeichen geprägt. Es war für viele folgende Decks maßgebend, heute wird es nicht mehr benutzt.
Das Schicksals Tarot
Das von uns entwickelte Schicksals Tarot ist eine Weiterentwicklung des Marseiller und des Rider-Waite Tarots. In der Reihenfolge der großen Arkana und im Bildaufbau orientieren wir uns an den Marseiller Karten. Ein Hauptanliegen ist es, einen zeitgemäßen Zugang herzustellen. Dazu wurden einige Karten umbenannt, die aus dem Crowley und Rider-Waite Kartenspiel bekannt sind, um ein schnelleres Verstehen der Grundbedeutung zu ermöglichen und auch eine fruchtbare Beschäftigung mit den Karten ohne ein großes Studium verschiedener Fachbücher zu ermöglichen.
Dabei war uns wichtig, nicht die Grundbedeutung der Karten zu ändern, sondern die Bedeutung auf das moderne Leben zu übertragen.
Gemalt wurde es von der Hamburger Illustratorin Cornelia Schelkes.































