Panikattacken

Lieber Kurt, bitte helfen Sie mir!
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Lieber Kurt, bitte helfen Sie mir!

In meiner Oberschulzeit wurde ich von meinen Mitschülern gemobbt, meine Leistungen und Noten fielen in den Keller. Ich hatte kein Selbstvertrauen mehr und konnte es auch nicht mehr erlangen. Nach der Matura war es für mich klar, studieren zu gehen. Ich habe mehrere Studien begonnen, fand aber nicht das Richtige. Mein großer Wunsch war es, Medizin zu studieren. Bei zwei Aufnahmeprüfungen bin ich durchgefallen, was mich wieder in den Keller versetzte. Voriges Jahr bekam ich in München endlich einen Platz im Medizinstudium, bekam aber vor der ersten Prüfung so starke Panikzustände, dass ich es lassen musste. Nun sitze ich wieder in meinem alten Studium, was mich zwar nicht so freut, ich möchte es aber unbedingt schaffen. Bei der ersten großen Prüfung bin ich trotz langer Vorbereitung nicht durchgekommen. Die Panikattacken bekomme ich nicht los, sie sind mein größter Feind. Ich habe bereits einige Psychotherapien gemacht, die halfen mit aber wenig bis gar nichts. Vielleicht können Sie mir aus astrologischer Sicht weiterhelfen, ich bin nur mehr verzweifelt.

Taja (Jahrgang 1988)

Liebe Taja,

Sie haben momentan gleich mit einigen Problemen zu kämpfen, die alle noch Monate dauern werden, manche sogar viele Monate. Aber keine Angst, das ist alles zu bewältigen, wenn man einmal die Ursachen erkannt hat, denn dann beginnt sofort die positive Veränderung. Und das ist ja der unbezahlbare Vorteil der Astrologie, weil einem durch sie gleich ein inneres Muster, der innere Plan eines Menschen zumindest in groben Zügen gezeigt wird. Die Ursachen sind also verzeichnet, freilich braucht man trotzdem noch sehr viel Einfühlungsvermögen und Intuition, um dem Menschen, den ein Problem quält, auf den richtigen Weg zu führen. Aber mit Mithilfe des Horokopeigners, der die Richtigkeit der Analyse erkannt hat, setzt dann sofort der Umschwung ein. Freilich wird es dann noch die entsprechende Zeit dauern, bis man die Schwierigkeiten ganz gelöst hat, denn Rom wurde ja bekanntlich auch nicht an einem Tag erbaut.

Fangen wir mit dem Saturn an, dem Behinderer, der, wie ich glaube, das allergrößte Problem verursacht, der bei Ihnen momentan im 5. Haus steht, dem Haus der Selbstverwirklichung also. Aha, werden Sie gleich sagen, kein Wunder, er ist es also, der meine Selbstverwirklichung behindert, deshalb ist mein Selbstbewusstsein also im Keller. Genauso ist es, Saturn ist kräftig am Werk, und deshalb muss ihm auch kräftig Paroli geboten werden. Er ist es, der sozusagen Ihr Selbstbewusstsein dauernd zusammenhaut. Was Sie auch machen und mit Freude und Idealismus beginnen, patsch, es kommt schon wieder die nächste Dusche. So ist Saturn.

Somit sind wir bei der ersten Lektion, die Sie lernen sollten, angelangt. Und die heißt, dass Sie nicht aufgeben dürfen, nicht nachgeben dürfen, auf gar keinen Fall, dass Sie also auf alle Fälle weitermachen müssen, wenn ein Hindernis auftaucht. Denn jetzt wissen Sie, dass Saturn Sie fast immer gnadenlos behindern will. Sie dürfen also nicht damit rechnen, dass eine bestimmte Aktion, die Sie in die Wege leiten, wunderbar laufen wird, sozusagen wie geschmiert, sondern sie sollten damit rechnen, dass sie höchstwahrscheinlich irgendwie behindert wird. Aber Ihre Handlungen, die Sie sich vorgenommen haben und die Sie durchziehen müssen, werden trotzdem laufen, wenn Sie nicht aufgeben, zwar wahrscheinlich nicht ideal, wie Sie sich das vorstellen, aber sie werden trotzdem gelingen. Wenn Sie sich ein „Sehr gut“ erwarten, bekommen Sie wahrscheinlich nur ein genügend. Aber ein „genügend“ genügt ja momentan, später wird es schon einmal besser werden. Auf diese Weise besiegen Sie aber Saturn, und das will er im Grunde ja auch, nämlich dass wir mit den schwierigsten Dingen fertig werden im Leben. Mit leichten Problemen kann ja jeder fertig werden. Und wenn Sie ab jetzt konsequent daran arbeiten, werden Sie mit der Zeit auch viel stärker werden als ein durchschnittlicher Mensch. Und das würde Sie z.B. im Arztberuf auch unbedingt brauchen.

Nicht ohne Grund bespreche ich die Sache mit Saturn einigermaßen ausführlich. Das ist nämlich noch nicht alles, was Saturn momentan und überhaupt in Ihrem weiteren Leben von Ihnen verlangt. Er befindet sich nicht nur vorübergehend als laufender Planet jetzt im 5. Haus, sondern steht auch noch felsenfest in Konjunktion mit Uranus im 5. Haus Ihres Geburtshoroskopes, und dort bleibt er immer. Super, was, das denkt man sich im ersten Augenblick. Jedenfalls, was heißt das? Kurz gesagt, der Uranus hat die Macht in sich, für Veränderungen zu sorgen. Aber der Herr Lehrer, ein gefürchteter nämlich von der alten Schule namens Saturn, ist bestrebt, diese Veränderungen zunichte zu machen, weil er nichts davon hält, bildlich gesprochen, von diesen Neuerungen, weil er erzkonservativ ist. Und das wird ihm auch wirklich oft gelingen, wenn man nicht Bescheid weiß, wie man sich wegen dieser Konstellation verhalten soll. Ich habe es aber schon gesagt. Nämlich trotzdem weiterzumachen, unbedingt, auf alle Fälle, und kein „Sehr gut“ erwarten für die großen Anstrengungen, die man auf sich genommen hat, sondern mit einem „genügend“ zufrieden sein. Aber da die Sterne ja dauernd ihre Positionen verändern, ist auch bestimmt einmal mit der wohlwollenden Hilfe von Jupiter zu rechnen, und dann bekommen Sie sogar ein „befriedigend“, wenn nicht gar ein „gut“. Auch ein „Sehr gut“ ist möglich, wenn z.B. auch der Merkur hilfreich im Spiel ist und auch noch andere hilfreiche Geister. Alles ist immer wieder möglich.

Aber diese Saturn-Uranus-Problematik im 5. Haus Ihres Geburtshoroskopes kennen Sie von klein auf, nicht wahr? Zur Genüge.  – So viele Behinderungen, so viel wurde Ihnen zunichte gemacht, das Sie im besten Willen und im vollsten Idealismus begonnen haben. Es ist zwar nicht immer passiert, aber immer dann, wenn die Sterne mit ihren Aspektierungen im Spiel waren. Und das gilt auch für die weitere Zukunft.

Und die zweite Lektion, die ich Ihnen heute noch aufgebe zu lernen für die nächste Zeit und für Ihr künftiges Leben, ist die Karma-Belehrung, die wir alle akzeptieren müssen. Da nämlich alles Ursache und Wirkung hat in der Welt, bekommen wir unsere Verfehlungen aus unseren früheren Leben im gegenwärtigen Leben zurück und zu spüren. Das ist ein unumstößliches geistiges Gesetz und wirkt so sicher wie die Naturgesetze wirken. Ich glaube, ich brauche das nicht näher auszuführen, Sie können selbst die Schlüsse daraus ziehen. Jedenfalls, Gott ist liebevoll und gütig, das steht fest, wir bekommen von ihm immer wieder die Chance, unsere Fehler auszugleichen und damit die Möglichkeit, unser Ich höher hinauf zu entwickeln, unseren Charakter schließlich zu vollenden. Jedenfalls, übertriebenes Selbstmitleid ist überhaupt nicht angebracht.

Ich möchte nun auch noch kurz auf Ihren Löwe-Aszendenten zu sprechen kommen, der sie vielleicht etwas zu stolz oder zu ehrgeizig macht. Auch diese Eigenschaften sollten, wenn es wirklich zutrifft, reduziert werden auf ein gesundes Maß. Nicht allzu viel erwarten von sich selbst, sondern sich eben zu bescheiden lernen. Wahrscheinlich ist auch das Elternhaus zu einem gewissen Teil verantwortlich für diese Einstellung, dass die Eltern in ihrem Kind vielleicht ein bisschen ein Wunderkind sehen und ihm indirekt spüren lassen, dass es diese Erwartungen erfüllen sollte. Übrigens war Saturn – er ist ja noch nicht lange in Ihrem 5. Haus – vorher ca. zweieinhalb Jahre im 4. Haus, was auf Schwierigkeiten mit dem Elternhaus hinweist, die bestanden haben könnten. Sie werden es ja selbst wissen.

Nun zu den Panikattacken. Falsche Erwartungen immer wieder, können schließlich in Panikattacken ausarten.  Und damit sind wir bei Ihrem „größten Feind“, wie Sie selbst schreiben, angelangt. Wenn Sie die Einstellung haben, dass Sie bei einer Prüfung unbedingt durchkommen „müssen“, weil sonst die Welt zusammenbricht, na, dann wird die Welt für Sie zusammenbrechen, wenn Sie durchfallen, wobei die Wahrscheinlichkeit schon sehr groß ist, dass Sie allein schon wegen dieser Einstellung durchfallen werden, weil Sie sich selbst blockieren. Und das relativieren wir jetzt einmal. Auch wenn Sie zweimal durchgefallen sind, - und das war ja der Fall, - ist das nichts Besonderes gewesen, objektiv betrachtet, denn Tausende sind im Lauf der Zeit schon zweimal durchgefallen, auch dreimal. Verstehen Sie? Wo ist also das Problem? Nur in Ihrer falschen Vorstellung, nur in Ihrer subjektiven Beurteilung.

Und das versuchen wir nun zu ändern. Sie sagen sich in Zukunft nicht mehr, Sie „müssen“ durchkommen, sondern Sie „werden“ durchkommen. Und das ist ein wesentlicher Unterschied, da sind Welten dazwischen. Das „Muss“ blockiert Sie nämlich im Denken, das „Muss“ ist der gnadenlose Gesetzeshüter, der Sie tötet, wenn Sie versagen. Das „Werden“ aber lässt wachsen, lässt etwas entstehen, ist etwas Zukunftweisendes und somit Erstrebenswertes, Angenehmes, Positives, Glück bringendes. Wenn Sie nun in Zukunft sagen werden, Sie „werden“ durchkommen, heißt das, dass Sie „durchkommen werden“. Nämlich irgendwann einmal. Vielleicht kommen Sie schon beim ersten Antreten durch, das wäre ja vielleicht eine Überraschung, mit der man gar nicht so felsenfest rechnen sollte. Ist vielleicht die Ausnahme. Aber Sie „werden“ auf alle Fälle irgendwann einmal durchkommen.

Das Wesentlich ist also, selbst wenn Sie 15 Mal durchgefallen wären, dürften Sie nicht aufgeben. Das ist vielleicht übertrieben, aber so sollte trotzdem Ihre Einstellung sein. Es wäre sogar etwas Besonderes, wenn Sie 15 Mal durchgefallen wären, - immerhin – und hätten vielleicht den Weltrekord damit erreicht, den negativen allerdings, aber immerhin, es ist trotzdem etwas Besonderes. Aber wenn Sie dann beim 16. Mal durchkommen, dann würde sich der negative Weltrekord sofort in den positiven Weltrekord umwandeln, und dann fragt niemand mehr nach den vergangenen 15 Fehlversuchen, denn das Ziel wurde nun erreicht, und dieses Ergebnis ist mindestens 15 mal mehr wert, als wenn die Prüfung schon beim ersten Mal bestanden worden wäre.

Das mehrfache Wechseln der Studienfächer war eigentlich falsch, wie man jetzt sieht. Aber jetzt wissen Sie es dafür, dass mit dem Wechseln das Problem nicht behoben wird, sondern nur damit, dass Sie nicht aufgeben dürfen. Und somit werden Sie ab jetzt zu Ihrem eigenen Psychotherapeuten. Sie wissen jetzt die Ursache, und nur Sie selbst können sich helfen. „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott“ sozusagen. Ich habe dieses Sprichwort in meiner Jugend immer für zynisch gehalten. Aber nur, weil ich es falsch verstanden habe. Ich würde es heute ein bisschen anders formulieren, nämlich so: Wenn es dir gelingt, dir selbst zu helfen, dann hat dir eigentlich Gott selbst geholfen, denn schließlich kommt ja alles Gute von Gott.

Die Ängste und die Panikattacken werden Sie natürlich so schnell noch nicht los, das dauert selbstverständlich, aber es beginnt schon jetzt die Gegenbewegung, so möchte ich das einmal bezeichnen. Bildlich kann man sich das vielleicht so vorstellen, als Säule. Die Angstsäule ist in uns. Ängste sind grundsätzlich ja lebensnotwendig und sinnvoll, nur übertriebene Ängste sind sinnlos. Die (übertriebene) Angstsäule ist also da, aber jetzt wächst schon unabhängig von ihr Ihre Selbstbewusstseinssäule, die immer stärker werden wird, solange Sie an sich arbeiten werden, solange Sie nicht aufgeben, und die die übertriebene Angstsäule schließlich auf ihr normales Maß reduzieren wird. So in etwa könnte man sich das vorstellen.

Zum Schluss weise ich Sie noch auf vier Konstellationen hin, die Sie aber selbst in unserem Monatshoroskop nachlesen können, das nur 9,90 kostet und somit fast geschenkt ist. Aber paar Monate sollte man sich dieses Monatshoroskop besorgen, womit man dann Bescheid weiß über seinen gegenwärtigen Seelenzustand. Zusätzlich wird man auch noch aufmerksam gemacht auf die vielen positiven Möglichkeiten, die vorliegen, die wir aber oft brach liegen lassen, weil wir nur so in den Tag hineinleben. Zu beachten für Sie sind also noch die Konstellationen „Neptun im 8. Haus“, „Pluto im 6. Haus“ „Pluto Quadrat Radix-Sonne“, „Uranus Konjunktion Radix-Sonne“. Sie werden dann auch selbst erleben, dass sie mit der Zeit verschwinden werden, und Sie werden auch durch diese Konstellationen viel dazu gelernt haben.

Das wär´s. Ich wünsche Ihnen nun viel Erfolg bei Ihrer Therapie und von Herzen alles Gute.

Herzlich,

Kurt

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